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Live Tests bei Harald – Geithain RL 901K

Um meine Erkenntnisse in anderen Umgebungen und mit verschiedenen Setups zu überprüfen, habe mich mit dem Kollegen Harald (User Jupiter in diversen Foren) zu einer Hör-Session verabredet. Bei den Tests war auch ein weiterer Forumskollege anwesend – Stefan.

Harald hat ein beeindruckendes Setup mit den Geithain RL 901K Lautsprechern, einem LINN G-DS/3 Streamer mit G-LNT davor und einer aufwendigen Netzwerkstrecke. Von der Fritzbox geht es zu einem mit Clock und verbessertem Netzteil modifizierten TP Link Switch. Dann mittels CAT8 Kabel zu einem zweiten modifizierten TP Link Switch im Hörraum, der einen hochwertigen “Granit-Switch” speist. Dieser sendet das Signal dann an den LINN.

Der Hörraum ist sehr gut behandelt, mit Deckensegeln und Bassfallen. Die Geithain RL 901K erzeugen einen schönen tiefen und plastischen Raum, unterstützt durch Accurate. Die Voraussetzungen für die Identifizierung kleinster Unterschiede sind also gegeben.

Noch ein kleiner Hinweis: Alle Switche waren mindestens Layer 2, für alle, die sich durch alternativen Fakten, die aktuell von unwissenden so Verbreitet werden, verunsichert fühlen.

Als Track für die Vergleiche kam unter anderem Norah Jones’ “Don’t Know Why” vom Album „Come Away with Me“ zum Einsatz.

iPAD LAN Adapter

Zuerst haben wir eine Veränderung durch die Ansteuerung über das iPad überprüft. Harald hatte berichtet, dass die Verwendung eines LAN Adapters anstelle von WLAN eine Klangänderung bewirkt. Interessanterweise hat der LAN Adapter keinerlei Bezug zum Stromnetz und wird komplett vom iPad-Akku gespeist. Nach einigen Takten konnte auch ich die Klangänderung wahrnehmen.

Dies zeigt, dass trotz galvanischer Trennung durchaus Klangänderungen aufgrund der veränderten Ethernet-Struktur auftreten können.

OLD6000

Wir haben verschiedene Versionen des OLD6000 getestet. Harald hatte einen nicht modifizierten OLD6000 V1, der auch für Messungen diente. Stephan Solidcore hatte uns seinen modifizierten OLD6000 mit hochwertigem DC-DC Konverter und besseren Linearreglern zugesendet. Die Frage für Harald war, ob der OLD6000 klanglich mit dem “Granit-Switch” Setup mithalten kann. Ich wollte wissen, wie die verschiedene Versionen des OLD6000 hier bewertet werden.

OLD6000 V1

Der nicht modifizierte OLD6000 V1 wurde zuerst so eingesetzt, wie er normalerweise verwendet wird. Bei den ersten Klängen wurde klar, dass der OLD6000 mit dem bisherigen Setup bei Harald nicht mithalten kann. Das Klangbild wurde leicht nervöser und etwas unschärfer. Der Unterschied war jedoch nicht drastisch.

OLD6000 V1 Reverse

Dann haben wir den OLD6000 entgegen der Empfehlung mit der Primärseite zum Streamer eingesetzt. Hierdurch hat sich etwas der zuvor bemerkten Nervosität gelegt. Nicht drastisch, aber von allen drei Hörern bestätigt.

Solidcore OLD6000

Der modifizierte OLD6000 von Stephan Solidcore wurde angeschlossen. Auch hier wieder eine Reduktion der Nervosität und ein weicherer, von allen Testern bestätigter Klang mit höherer Langzeittauglichkeit. Die Hörergebnisse spiegeln die bisherigen Messungen des OLD6000 wider.

Anschließend haben wir das OLD6000 Setup mit einer direkten Speisung des LINN Streamers durch den zweiten TP Link im Hörraum verglichen – also ohne den “Granit-Switch”. Auch diese Lösungen waren allen drei OLD6000 Varianten überlegen hinsichtlich Ruhe des Klangbilds und Raumdarstellung.

Kaskadierte Switche

Um die Auswirkungen kaskadierter Switche zu testen, entschieden wir uns, Haralds umfangreiche Sammlung von Switchen genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Frage, ob wir die Anzahl reduzieren können, drängte sich natürlich auf. Daher entfernten wir vorübergehend die beiden TP-Link Switche aus der Kette, sodass der “Granit-Switch” direkt mit der Fritzbox verbunden war.

Das Ergebnis hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht. Der Klang ohne die beiden TP-Link Switche war deutlich nervöser und schärfer, was meiner Meinung nach auf eine höhere Präsenz von Störungen zurückzuführen ist. Sobald die beiden TP-Link Switche wieder kaskadiert in die Kette integriert waren, stellte sich erneut ein ruhigeres und klareres Klangbild ein. Ob dies daran liegt, dass die TP-Links insgesamt geringere Störungen über Ethernet weitergeben als sie empfangen, oder ob das Klangbild durch ein geringeres Phasenrauschen aufgrund verbesserter Clocks entsteht, lässt sich meiner Meinung nach nicht genau bestimmen.

Es bleibt festzuhalten, dass eine Kaskadierung nicht nur dem guten Gefühl dient, sondern sich zumindest in Haralds Anlage in einem gefälligeren Klangbild niederschlägt. Ob eine Kaskadierung von Switchen das Störungslevel erhöht oder dieses reduzieren kann, hängt m.E. von der Qualität der eingesetzten Switche und auch von der Rückstrahlung der Netzteile der Switche ab. Die Kaskadierung werde ich demnächst mal in einem “Laboraufbau” nachstellen und dann den Störungspegel messen.

Ferrite auf LAN Kabel

WLAN

Fazit

  1. Die Änderung des Ethernet-Gesamtsystems durch den Einsatz des iPad LAN Adapters bewirkt trotz galvanischer Trennung eine von allen Hörern bestätigte Klangänderung. Dies bestätigt die lange von mir erklärte Gesamtsystemdynamik von Ethernet, bei der Änderungen an verschiedenen Stellen Auswirkungen auf die Störungen und Störungsflüsse haben, die letztendlich den Klang beeinflussen, selbst bei galvanischer Trennung. Die Klangänderung die ich wahrgenommen hatte verbinde ich mit HF Sounding.
  2. Es ist festzuhalten, dass der OLD6000 in keiner Version dem bisherigen Setup in Bezug auf das Klangbild Harald überzeugen konnte. Diese Einschätzung wurde von allen drei Testhörern bestätigt. Die gemessenen Unterschiede zwischen den verschiedenen OLD6000-Versionen und Anschlussrichtungen spiegelten sich im Klangeindruck wider. Einig war man sich auch, dass eine Modifikation des OLD6000 durch den Ersatz des Zerhackers als sinnvoll erachtet wird. Allerdings scheinen bei allen Versionen des OLD6000 immer noch Störungen im Spiel zu sein (was ja auch durch meine Messungen bestätigt ist), was sich im Vergleich zu der WLAN Lösung zeigte.
  3. Eine Kaskadierung von Switches kann sich klanglich positiv bemerkbar machen, wobei die genauen Mechanismen hierbei noch nicht ganz eindeutig sind und es hierzu nochmal Messungen der realen Gleichtaktstörungen geben wird. Siehe auch nächster Punkt.
  4. Um zu testen, ob man HF Sounding über Ethernet betreibt, sollte man Ferrite auf das letzte LAN KAbel zum Streamer machen und dann den Klang vergleichen. Leider bestätigte es sich bei Harald, das hier HF als Sound-Mittel aktiv ist. Diesbezüglich ist natürlich auch die Erkenntnis der kaskadiereten Switche mit Vorsicht zu genießen.
  5. Ein Wechsel auf WLAN kann zu einem grossen Kontrast bzgl. des Klangs führen – aufgrund der nun absolut minimierten Störungen.

Es sei darauf hingewiesen, dass diese Ergebnisse vorerst nur im Setup bei Harald bestätigt werden können.

Leider hatten wir keine Zeit mehr, die WLAN-Lösung noch ausgiebiger zu testen – dies wird jedoch beim nächsten Treffen erfolgen. Ich habe Harald die Ferrite zum testen überlassen, sodass er sich mal an einen Sound mit geringeren Störungen gewöhnen kann. Harald hat als Gastgeber voll überzeugt, mit einer großartigen Anlage und einem leckeren Mittagsmahl.

Beste Grüße,

Eric

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. SolidCore

    Hallo Eric
    Danke für den Bericht.
    Eine einzige Sache wäre noch interessant, und wurde nicht genannt. Ihr hattet Ferrit auf das letzte LAN zum Streamer gepackt, welches dann klanglich deutlich anders wurde (ich nehme mal gut oder schlecht raus). Was eben zeigte, da war noch HF. Alles nachvollziehbar. Demnach müsste ja dann beim Einsatz des TPLink 902 direkt vorm Streamer der Einsatz vom gleichem Ferrit klanglich deutlich weniger bewirken, da das Störspektrum vom 902 ja kleiner ist (oder auch “sein könnte”). Natürlich dann auch mit gleichem (Refine) Kabel. Habt ihr das versucht, bzw mal bei einem 2. Treffen mit eingeplant ?

    Gruß
    Stephan

    1. SolidCore

      Nachtrag, kann selbst nicht editieren:
      Genauer: Ich meinte den direkten Vergleich mit gleichem LAN Kabel mit und ohne Ferrit, und dessen hörbares Ausmaß, verglichen bei verschiedenen Switchen oder Repeatern. Der “sauberste” sollte doch am wenigsten darauf reagieren. Wäre dem so, hätte man ein simples “Test-Equipment” für Jedermann.

      1. Eric

        Moin Stephan,

        Wir hatten die WLAN Tests ganz zum Schluss gemacht und hatten nicht mehr ausreichend Zeit.
        Allerdings habe ich selbst komplett ferritierte LAN Kabel hinter dem WR902AC und solch einen Unterschied wie bei dem TP Link Switch kann ich hier nicht ausmachen.
        Das ein 24. Port Bolide mit Schaltnetzteil weniger Störungen produziert als ein Akku betriebener WR902AC, darauf würde ich nach den letzten 2 Jahren in denen ich die Teile messe keinen Cent wetten.
        Das mit den Ferrriten finde ich einen perfekten Test, den jede mal machen kann – gesetzt allerdings, das man die Physik akzeptiert, das Ferrriten auf LAN Kabel nur Störungen reduzieren können (das ist Fakt und keine Fake News).
        Und das der WR902AC einer der Kollegen ist, der die wenigsten Störungen bis jetzt produziert, habe ich doch schon mehrfach gemessen – darum mache ich doch die Messungen.
        Das Klangbild mit WR902AC wird nicht gefallen, wenn man es zuvor so abgestimmt hat, das auch Störungen zum Gesamtbild beitragen.
        Und bzgl. Jitter ist der WR902AC z.B. dem getesteten OLD9000 haushoch überlegen – daran kann es m.E. auch nicht liegen.

        Nachtrag:
        Ich wollte das mit den Ferriten / WLAN und den daraus folgenden Schlussfolgerungen auch in Hinblick auf Harald noch nicht publizieren – so war es auch ausgemacht. Jedoch hat Harald im OEm darüber angefangen zu berichten, sodass mir leider nix anderes übrig blieb. Ich habe Harald auch alle Ferrite da gelassen, sodas er sich mal an einen “entstörteren” Klang gewöhnen kann und wir erst in der nächsten Session darauf eingehen.

        Ich werden auch nochmal auf die Wirkung von Ferriten auf KLAN Kabel eingehen, sodass alle verstehen, das da nix am Signal gemacht wird – anscheinend immer noch so ein eingebrannter Mythos in den Köpfen.

        Beste Grüße,

        Eric

        1. SolidCore

          Hallo Eric

          Zitat: Und das der WR902AC einer der Kollegen ist, der die wenigsten Störungen bis jetzt produziert, habe ich doch schon mehrfach gemessen – darum mache ich doch die Messungen.

          Ja, alles super. Das stelle ich auch nicht in Frage. Es ging mir um die einfache Prüfung mit Ferrit, die sich bestätigen “muss”. Sonst wirkt das Ferrit auf was auch immer, wenn die hörbaren Auswirkungen bei jedem Switch/Repeater gleich wären.
          Wir hatten mal beim Dirk den LAN Stecker am OLD abgeklebt. Dieser connected im OLD ja nirgendwo hin. Und dennoch konnte man das deutlich hören. Was erstmal ein Fragezeichen hinterlies.

          Gruß
          Stephan

          1. Eric

            Hallo Stephan,
            Ferrite auf LAN Kabeln können nur auf Gleichtaktstörungen wirken. Sorry, aber das ist einfach Fakt.
            Natürlich wirken die vielleicht bei verschiedenen Switchen unterschiedlich, da verschiedenen Switched unterschiedliche Störungen haben.
            Aber sie machen nie irgend etwas schlechter.
            Jetz kann man unterschiedlicher Meinung sein, ob einem das klanglich gefällt, aber mindestens hier ist der Wirkmechanismus eindeutig beschrieben, bewiesen und amtlich bestätigt.

            Also wer lieber ohne Ferrite hört, hört lieber mit Störungen – das ist ganz einfach – auch wenn es einem nicht gefällt.

            Beste Grüsse,

            Eric

  2. Stefan Martin

    Hallo Eric,

    danke für deinen Input während der Session bei Harald und auch danke für die “Pausengespräche” über Lankabel, Ferrite und Störungen. Ich habe viel gelernt und bin schon fleißig dabei Ferrite zu testen.

    Gruß

    Stefan

    1. Eric

      Hallo Stefan,

      ja hat wirklich Spaß gemacht. Gerne bei der zweiten Session wieder!
      Bin schon gespannt auf Deine Ferrit-Erfahrungen!

      Beste Grüsse,

      Eric

  3. Torben

    Hallo Eric

    Vielen dank für den Test.

    Es wäre net wenn du bei solchen Test alle Informationen im Post integriert.

    Ich Weiss nicht welche TP-Link Switche gemeint sind? Es gibt viele.

    Und was ist ein „Granit-Switch“ – tut mir leid kenne ich nicht.

    Grüße
    Torben

    1. Eric

      Hallo Torben,

      da hast Du natürlich recht – zum TP Link gebe ich genauere Infos.
      Bzgl. des “Granit-Switch” muss ich Harald fragen, ob man hier genauere Infos machen kann/darf.
      Das ist ein Prototyp und daher keinerlei Infos verfügbar.

      Beste Grüsse,

      Eric

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