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JimmyJames aktualisiert.
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Mai 1, 2026 um 23:40 Uhr #5711
Danke Eric, das ist klar.
Eine kleine Nachfrage: Mein 2×2-Gedanke bezog sich nicht nur auf den CYLD05F am freien Port, sondern allgemeiner auf 100Base-TX im aktiven Signalweg.
Du hattest geschrieben, dass das Auftrennen der nicht benötigten Adernpaare bei 100Base-TX ein alter Hut sei. Siehst du diesen 2×2-Ansatz eher getrennt von deinem Drosselkabel/Gleichtakt-Ansatz, oder kann das ebenfalls eine Rolle bei der Reduzierung von HF-/Gleichtaktkopplung zwischen Switch und Streamer spielen?
Anders gefragt: Beim Drosselkabel wird Gleichtaktstrom auf dem vorhandenen Kabel bedämpft; bei 2×2 werden zwei nicht benötigte leitende Wege ganz entfernt. Sind das aus deiner Sicht zwei unterschiedliche Ansätze, die man getrennt betrachten sollte?
Beste Grüße
Mai 2, 2026 um 07:36 Uhr #5712Bei dem Drosselkabel habe ich bewusst auf die 2×2 Option verzichtet aus zwei Gründen.
A) Erstens sollte das für alle nachvollziehbar sein und die Wirkung nicht durch die üblichen Mythen wie Kabelmaterial, Steckerauswahl oder esoterische Tricks verwässert werden.
B) Beim WR902ac, der bei mir und den meisten im Einsatz ist, sind die nicht benötigten 2×2 Adern sowieso todgelegt.
Ich werde das aber nochmal gesondert mit einem 1000base tx Switch messen.
Beste Grüße,
Eric
Mai 2, 2026 um 23:37 Uhr #5713Danke Eric, sehr interessant und vielen Dank, dass du das nochmal messen möchtest.
Ja, UTP wäre dafür aus meiner Sicht am aufschlussreichsten, weil dann der Schirm als zusätzlicher HF oder Massepfad nicht noch als weitere Variable hinzukommt.
Der für mich spannende Punkt ist genau die Trennung zwischen “im Kabel vorhanden” und “im Gerät elektrisch relevant”. Bei einem normalen 4×2-UTP-Kabel sind die Paare 4–5 und 7–8 ja physisch von Stecker zu Stecker vorhanden. Ob sie dann wirklich “tot” sind, hängt vermutlich davon ab, was der jeweilige Port intern mit diesen Pins macht, also offen, ESD-Strukturen, parasitäre Kapazitäten, Layout, eventuell Terminierung usw.
Bei deinem WR902ac scheint das durch die intern totgelegten Paare schon weitgehend entschärft zu sein. Bei anderen 100-Mbit-Geräten oder bei 1000Base-T-Ports könnte das aber anders aussehen.
Falls du mit einem 1000Base-T-Switch misst, wäre für mich besonders interessant, ob man irgendwie unterscheiden kann zwischen:
1. dem Effekt, dass bei 2×2 die zusätzlichen Leiter 4&5 und 7&8 als mögliche HF-/Gleichtaktpfade wegfallen, und
2. dem Effekt, dass der Link dadurch vermutlich von 1000Base-T auf 100Base-TX fällt.Denn sonst misst man wahrscheinlich beides gleichzeitig: weniger verbundene Leiter und gleichzeitig einen anderen PHY-Betriebsmodus.
Bin gespannt, was dabei herauskommt.
Beste Grüße,
Mai 9, 2026 um 12:22 Uhr #5716Hallo zusammen,
ich habe erste Messungen zum Thema 2×2 vs. 4×2 Ethernet-Kabel durchgeführt.
Hier ein erstes vorläufiges Ergebnis, bevor ich die Tests noch einmal ausführlicher verifiziere:
Grundsätzliches zu 100Base-TX vs. 1000Base-T
Eine 100Base-TX-Verbindung (100 MBit) erzeugt grundsätzlich weniger Störungen als eine 1000Base-T-Verbindung (1 GBit). Deshalb ist eine 100-MBit-Verbindung aus klanglicher Sicht generell zu empfehlen.Falls sich die Geschwindigkeit nicht direkt an den Geräten einstellen lässt, kann man die Verbindung automatisch auf 100 MBit zwingen, indem man die für Gigabit benötigten zusätzlichen Adernpaare entfernt bzw. nicht verbindet.
100Base-TX nutzt nur 2 Adernpaare, während 1000Base-T alle 4 Paare verwendet.Daraus ergibt sich theoretisch, dass ein 2×2-Kabel besser klingen sollte als ein 4×2-Kabel, da damit automatisch nur eine 100-MBit-Verbindung möglich ist.
Messergebnisse
Zusätzlich haben die Messungen gezeigt, dass selbst bei einer bereits auf 100 MBit laufenden Verbindung eine Umstellung von 4×2 auf 2×2 noch Vorteile bringen kann.Getestet wurde eine Verbindung zwischen zwei TP-Link-100-MBit-Switchen, wobei einer der Switches fest auf 100 MBit eingestellt wurde.
Verwendet wurde ein Belden Bonded Cable:
einmal als 4×2 mit vollständiger Außenummantelung
einmal als 2×2-Version, komplett von der äußeren Ummantelung befreit
Jeweils mit Telegärtner-RJ45-Steckern konfektioniert.Anschließend habe ich beim 4×2-Kabel testweise die für 100 MBit nicht benötigten Pins an beiden Steckern isoliert bzw. abgeklebt.
So betreibe ich auch das Drosselkabel V2.5 an meinem WR902AC.Interessanterweise war diese Variante der komplett gestrippten 2×2-Version überlegen.
Mein aktueller Eindruck ist, dass dies daran liegt, dass beim isolierten 4×2-Kabel der ursprüngliche Kabelaufbau erhalten bleibt. Dadurch entstehen weniger Inkonsistenzen hinsichtlich Impedanz und Übersprechverhalten als bei der vollständig „gestrippten“ 2×2-Version.
Vorläufige Empfehlung
Die für 100 MBit nicht benötigten Pins am RJ45-Stecker des Ethernet-Kabels isolieren oder abkleben.
Alternativ können die Kontakte auch mit Lack oder Kleber isoliert werden.
(Ich habe dafür Schraubenlack verwendet.)
Wie gesagt: Das sind bislang erste Ergebnisse. Weitere Messungen und Verifizierungen folgen noch.Beste Grüsse,
Eric
Mai 9, 2026 um 14:42 Uhr #5717Hier noch.ein Bild vom RJ45/ meines Drosselkabels mit der Isolation von Pin 4+5 und 7+8.
Mai 12, 2026 um 07:43 Uhr #5720Noch ein Update zum Thema WR902AC als Streamer.
Ich habe da gestern mal nochmal Vergleichshörtests gemacht.
Der Stack Audio Link II ist hier eindeutig dem WR902AC überlegen (wie auch schon dem Ulefon) bzgl. der Raumbildung und Separation – obwohl er höhere Gleichtaktstörungen produziert.
Das ist allerdings m.E. kein HF Sounding.Eventuell sind die Gleichtaktstörungen bei USB nicht so relevant wie bei Ethernet und hier kommt dann doch das Thema Clocking zum Zuge (trotz Asynchronem USB Modus).
Beste Grüsse,
Eric
Mai 15, 2026 um 08:16 Uhr #5723Hallo Eric,
schade, dass der Hörtest beim Einsatz des TL-WR902AC als Streamer bislang nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht hat…
Machst du hier trotzdem weiter oder ist das Thema damit ad-acta gelegt?Ich kann nur sagen, dass der WR902 klanglich bei mir zu einem Quantensprung geführt hat! Es ist einfach unglaublich, was das Ding an Musikalität „erzeugt“. Der Kontrast wird dann besonders deutlich, wenn man mal wieder downgraded zu der seitherigen Switch Umgebung (hatte vorher den ebenfalls sehr guten und hier diskutierten Netgear 108 – ohne BST in Betrieb).
Da ich nicht löte, verwende ich als Versorgungsspannung des WR902 eine ROMOSS PEA40 und bin sehr zufrieden damit. Trotzdem verfolge ich mit großem Interesse deinen aktuellen Erkenntnisse in der Stromversorgung des 902.Danke für dein großes Engagement und dafür, dass du vor allem auch an uns „Nicht-Löter“ denkst, denn ich glaube, dass wir hier sehr zahlreich (und seit einiger Zeit international!) aufmerksam mitlesen.
Allen ein schönes erholsames Wochenende –
James-Joseph
G-b-Y -
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